Die Steuerinitiative der Juso will Kapitalgewinne deutlich höher besteuern. Stark davon betroffen wären auch Start-ups. Denn die höhere Steuerbelastung bestraft Gründer, Mitarbeiter und Investoren von Jungunternehmen und schadet damit dem Innovationsstandort Schweiz.

Jungunternehmen können sich in der Regel keine hohen Saläre leisten, da sie in der Aufbauphase keine oder nur sehr geringe Umsätze erzielen. Deshalb geben sich Gründer wie auch Mitarbeitende oftmals mit deutlich tieferen Löhnen zufrieden, als sie etwa bei etablierten Firmen verdienen könnten. Als Kompensation für diesen Lohnverzicht dient die Beteiligung am allfälligen Unternehmenserfolg.

Gedeiht das Jungunternehmen, so spiegelt sich dies in einer Wertsteigerung der Beteiligungen. Werden die Anteile schliesslich verkauft, resultiert ein Kapitalgewinn. Diese Erfolgsbeteiligung entschädigt den persönlichen Einsatz, das eingegangene Risiko und die finanzielle Durststrecke der Gründer wie auch der Mitarbeitenden von Start-ups während der frühen Entwicklungsphase. Mit der Steuerinitiative der Juso müssten solche Wertsteigerungen neu ab dem 1. Franken voll als Einkommen versteuert werden. Dies zerstört einen wichtigen Pfeiler der Vergütungsstrategie von Jungunternehmen und bestraft dadurch erfolgreiche Start-ups, die für Innovation und Arbeitsplätze sorgen.

Schädigung des Innovationsstandorts Schweiz

Auch Privatinvestoren (sog. Business Angels), die für die Entwicklung von Jungunternehmen entscheidend sind, würden mit der Initiative steuerlich massiv höher belastet. Dadurch lohnt sich das eingegangene Risiko kaum noch. Die Initiative zerstört damit Anreize, in ein Start-up zu investieren. Ohne die Beteiligung von privaten Investoren kämen aber viele Start-ups erst gar nicht aus den Startlöchern. Die Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätze würde somit verhindert.

Nach jahrelanger Förderung der Schweizer Start-up-Szene, würde der Standort Schweiz so auf einen Schlag uninteressant. Denn Konkurrenzstandorte bieten zahlreiche Steuervorteile. Die Gründung und Etablierung von Jungunternehmen würden zweifellos vermehrt im Ausland stattfinden. Nur dank kontinuierlichem Engagement zahlreicher Akteure ist die Start-up-Szene in der Schweiz in den letzten Jahren stetig gewachsen. Dieser Erfolg ist mit der Juso-Initiative bedroht. Der Verlust an Innovationspotential gefährdet die Zukunftsfähigkeit unserer Volkswirtschaft und damit das Wohlstandsniveau der Schweiz insgesamt.

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