Für die bürgerlichen Jungparteien ist die Steuerinitiative der Juso nichts anderes als Klassenkampf: Die Reichen sollen mehr zahlen. In Wahrheit wird aber der ganze Schweizer Mittelstand zur Kasse gebeten. Denn die Juso will Kapitalgewinne ab dem ersten Franken besteuern. Darunter leidet auch die Schweizer Startup-Szene. Mit der neuen Steuer gibt es aufgrund des hohen unternehmerischen Risikos keinerlei Anreiz mehr, in Startups zu investieren. Für Startups sind Investitionen jedoch essenziell. «Ohne Business Angels und Kapitalgeber ist ein erfolgreiches Wachstum für Startups kaum möglich. Fehlen die Investitionen, wird Innovation ausgebremst und Arbeitsplätze werden vernichtet», betont der Jungfreisinnige Raphael Tobler, CEO & Co-Founder eines Startups und Präsident der Swiss Startup Association.

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KMU gleich doppelt belastet

Nicht nur Startups, auch die ohnehin von der Corona-Krise gebeutelten KMU trifft die Steuerinitiative hart. In den Augen des Jungen Grünliberalen Maxime Auchlin, Ingenieur und Entwicklungsleiter des Familienunternehmens Auchlin AG, ist es unvernünftig, «in einer Zeit, in der wir uns mit der Überwindung der Pandemiekrise abmühen, die Unsicherheit durch eine zusätzliche Steuerbelastung zu erhöhen.» Dem kann das Mitglied der Jungen Mitte, Andrea Kaufmann von der Unternehmerfamilie des Maschinenunternehmens KMM AG, nur beipflichten: «Meine Familie leitet mit Herzblut einen KMU Betrieb. Mit der Steuerinitiative der Juso wird die Nachfolgeregelung jedoch zur Herausforderung.» So müssten sich Junge bei der Betriebsübernahme noch höher verschulden, damit die Eltern die neuen Steuern bezahlen können. Für viele Junge stellt dies eine grosse zusätzliche Belastung dar.

«Einmal mehr will man uns Junge mit höheren Steuern bremsen»

Gemäss Junglandwirt und Gemüsebauer Geoffray Sirolli trifft die Steuerinitiative auch die Schweizer Landwirtschaft. «Diese Initiative wird sich insbesondere auf Junglandwirte und die Übernahme von landwirtschaftlichen Betrieben und Unternehmen auswirken. Dies ist ein Risiko, das die Nachhaltigkeit der Schweizer Landwirtschaft gefährdet.», erklärt das Mitglied der Jungfreisinnigen. Die Junglandwirtin und Winzerin Katja Riem ergänzt und spricht für die Jungen etwas ganz Grundlegendes an: «Wir jungen Menschen haben die wirtschaftliche Zukunft noch vor uns. Innovation und neue Ideen treiben uns an.» Doch die Folgen der Steuerinitiative der Juso seien keine schönen Aussichten. «Einmal mehr will man uns Junge mit höheren Steuern einschränken und bremsen.», findet das Mitglied der Jungen SVP.

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